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Umzug ins neue Gehege im Bärenauffanzentrum 2008

Zunächst möchte ich Euch den Crock vorstellen. Crock ist ein 6 jähriger Rüde und kommt aus einem Zoo in Piatra Neamt. Nach meinen derzeitigen Informationen ist Crock mit 2 Monaten im Wald gefunden worden und lebte seit dem in einem wenige m² großen Käfig ohne jemals Kontakte mit anderen Wölfen zu haben. Hier einige Bilder vom Crock. Er musste als Notfall so schnell wie möglich aufgenommen werden. Anders als Crai wird er einige Zeit im Käfig bleiben müssen bis alles für ihn vorbereitet ist.

Crai springt oder klettert mit seinen 12 Jahren nicht über einen Zaun. Ausserdem können wir ins Gehege, auch wenn Crai drin ist. Crock ist nicht so mit Menschen solzialisiert wie Crai und könnte versuchen auszubrechen. Zum einen ist das neue Gehege noch nicht ganz fertig gebaut, zum zweiten benötigen Crai und Crock etwas Zeit um sich aneinander zu gewöhnen und kennen zu lernen. Drittens soll der Crock kastriert werden, weil zukünftig keine Wolfswelpen in dem Auffangzentrum aufgezogen werden sollen.

Crai is umgezogen, am 23.Oktober 2008 gegen 16:00.

Der letzte Spaziergang in vertrauter Umgebung mit dem Crai. In meinem Wagen haben wir Crai etwa 13km in seine neue Heimat gefahren.

Während ich mit dem Crai hinten sitze und er mich voll sabbert hat Markus, ein Volontär aus der Schweiz den Wagen gefahren. Katharina Kurmes ist mit ihrem Wagen vorgefahren. Crai hat die Fahrt überraschend gut vertragen. Erst kur vor dem Ende hat er sich übergeben. Dann sind wir in einem Bogen von hinten zum neuen Wolfsgehege gewandert um den Hunden am Eingang auszuweichen. Auch hier war Crai dann sehr neugierig und guter Dinge. Völlig problemlos ist er mit uns ins Gehege gelaufen.

Dort habe ich ihn befreit und mit ihm seine neue Heimat erkundet. Im Bild rennen wir beide. Crock hat ihn sehr schnell als einer seinesgleichen erkannt und war anfangs sehr unterwürfig, während Crai von Anfang an gelassen und Dominant war. 

Das Gehege ist noch nicht ganz fertig, etliche Details müssen in den folgenden Tagen abgeschlossen werden. Das ist Teil des Trainings für Crai. Erst als es stock dunkel war haben wir Crai verlassen für die Nacht. Ich selber konnte praktisch die ganze Nacht nicht schlafen und ging heute früh um 6:45 schauen ob beim Crai alles in Ordung ist. Es wird eine gewisse Zeit dauern bis sich Crai eingewöhnt haben wird. In der folgenden Woche werden Markus, Shira und ich ihn dabei begleiten.

Neben der Arbeit, bei der uns der Crai oft beobachtet, spielen, schmusen oder reden einfach nur mit Crai und mit Crock. Crai hat sich schon ein paar Schlafplätze eingerichtet. Mit der Shira ist Crai sportlich.

Die zwei toben wie die Wilden im Gehege. Das ist sogar besser als bei den Spaziergängen. Auch ich werde ständig zum rennen aufgefordert. Danach ist mit langer Zunge dann aber mal eine Pause angebracht.

Eine wichtige Arbeit ist die mit dem Crock. Er ist ängstlich und erschrickt sogar vor einer Windböe. Jeden Tag versuche ich etwas mehr Vertruen aufzubauen. Hier ein paar Bilder mit dem Crock.

Sobald man sich ihm näher fletscht er kurz die Zähne und hat deutlich Angst. Langsam gewöhne ich ihn daran, dass er meine Hand duldet, mir anfängt vorsichtig aus den Fingern und später aus der handfläche zu fressen. Er leckt mir dann die Finger ab und fängt an sich vor mir ins Stroh zu legen. Mittlerweile konnte ich ihn am Bauch kraulen. Das Problem dabei ist, dass er bei jeden fremden Geräusch sofort erschrickt und mir wieder die Zähne zeigt, aber ohne mich zu beissen. Mitlerweile habe ich den Eindruck, dass Crock im Kern ein recht friedliches Tier ist. Leider hat Crai heute die Gunst der Stunde genutzt und dem Crock in die Pfote gebissen als es sich wieder vor mir auf den Rücken gelegt hat und dabei eine Pfote etwas durch das Gitter gestreckt hat. Die Verletzung ist nicht schlimm, Crai hat ihm eher nur festgehalten, aber Crock meine Arbeit mit Crock wurde dadurch erheblich gestört. Jedenfalls reagiert Crock derzeit stark abwehrend wenn Crai zu nahe kommt. Crai bleibt völlig cool und knurrt nur ganz kurz. Diese Szenen konnte ich noch nicht photographieren. Der Bär im letzen Bild ist Max, der direkte Nachbar der beiden Wölfe. Max ist blind und kommt von dem Schloß Peles in Sinaia woher zur Touristenatraktion gehalten wurde. Er hat sich gut erholt und sieht jetzt sehr schön mit seinem dunkel braun schimmernden Pelz aus. Er hört auf seinen Namen und kommt des öfteren an den Zaun zu den Wölfen.

Morgen am 3.November werde ich vorerst die letzen Momente mit beiden Wölfen haben, denn am nachmittag muss ich nach Deutschland zurück reisen.

Das ist schade, denn damit muss ich die Arbeit unterbrechen. Wenn es mir irgndwie möglich ist finanziell, hoffe ich vor Weihnachten wieder hier zu sein, um den Crock endlich ins Gehege zum Crai zu lassen. Crock ist übrigens am Freitag kastriert worden.

Dezember 2008

Crock ist kurz vor Weihnachten zum Crai ins Gehege frei gelassen worden. Ich war nicht dabei, aber nach den Informationen verlief die Zusammenführung problemlos.

Hier jetzt ein paar Bilder vom Crai und dem Crock zusammen in Gehege. Im Schnee bekommen Wölfe noch einen besonderen Touch. Was hier schön zu erkennen ist, dass der Crai viel heller ist als der Crock. Auf dem linken Bild steht Crai hinter dem Crock. In der Mitte sitzt Crock und Crai steht. Leider habe ich noch nicht die Bilder, bei denen die beiden Wölfe nicht auf die Menschen achten, oder mit interessanten Interaktionen. Auf jeden Fall sind jetzt beide zusammen, und akzeptieren sich gegenseitig. Ich versuche derzeit den Leuten die im Auffangzentrum arbeiten dazu zu motivieren mehr interessante Bilder zu machen und etwas mehr zu dokumentieren was dort so alles passiert.