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Tagebuch: Expedition Tschechien

1.Woche

Hier schreibe ich das Tagebuch während der Expedition. Ich werde versuchen so oft wie möglich die aktuellen Ereignisse mit Text und Bildern zu Beschreiben. Die Expedition beginnt am 2.April 2008 mit der Ankunft der ersten Teilnehmergruppe.

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Hütte mit Strom und Holzofen

2.Februar

Gestern Abend bin ich in Novy Hrozenkov angekommen. Wir können eine Hütte die im Wald liegt nutzen. Es liegt Schnee da es bis etwa 500 geschneit hatte, allerdings ist er am schmelzen. Mirek hat mir erklärt wo die Schlüsseln sind und während ich gestern am einräumen war kam plötzlich ein Hund in die Hütte. Im Verlauf des Abends kamen 4 von Mireks Voluntären an, die regelmäßig die Region nach Spuren von Wölfen, Bären und Luchsen absuchen. Heute am 2.Februar bin ich mit zweien am Morgen in die Wälder mitgewandert. Wir haben viele Spuren von Rehen, Hasen, Wildschweine und sogar vom Hirsch gefunden. Ich musste aber nach etwa 2 Stunden zurück um einige Vorbereitungen zu treffen und darauf zu warten, wann Kathrin und Achim meine beiden Teilnehmer ankommen. Im Verlauf des Tages fing es an zu regnen und ich hoffe das Wetter bessert sich wieder.

3. Februar

Kathrin, und Achim sind am Samstag Abend sicher angekommen. Auch Mirek der Biologe aus Tschechien mit dem ich die Expedition vorbereitet hatte war da. Nach einer kürzeren Wanderung bei der Hütte wollten wir einen slowakischen Kollegen besuchen gehen und im direkten Grenzbereich nach Spuren suche. Leider ist Kathrin die sehr lustig und sympathisch ist, schon nach der kurzen Wanderung zu der Überzeugung gelangt, dass sie diese Arbeit nicht machen kann und ist wieder abgereist.

Mit den Fahrzeug sind wir dann zur Grenze auf den Kamm gefahren. Doch war die Straße so glatt, dass Achim und ich befürchten mussten Abends nicht mehr sicher hinunter kommen würden, wenn die Straße jetzt antaut und dann wieder friert. Mirek ist dann mit seinen Leuten alleine in die Slowakei gelaufen und Achim und ich haben uns ein anders Gebiet vorgenommen.

Nachdem wir auf einem verschneiten Wanderweg fast oben angekommen sind fanden wir eine Spur die ich zu 90% einem Luchs zuordnen würde. Wir genossen das schöne Wetter und gingen über den Kamm nach Südwesten. Kurz bevor wir runter sind fanden wir eine Wolfsspur. Unterwegs haben wir viele Spuren von Hasen, Rehen, Hirschen und anderen Wildtieren gefunden.

Erst nach Einbruch der Dunkelheit waren wir zurück an der Hütte.

Ob Mirek mit seinen Leuten etwas gefunden haben ist noch unbekannt.

4. Februar

In der Nacht wurde es recht warm und der Schnee fing zu schmelzen an.

Nachdem wir gestern nicht im Grenzbereich suchen konnten wollten wir es heute auf tschechischer Seite unterhalb der Grenze probieren. Dazu sind wir etwa 15km nördlich gefahren und sind dort direkt am Dorf in den Wald eingestiegen. Der Schnee war nass aber überfroren. Es nieselte leicht und eine kalter strenger Wind blies. Wieder haben wir viele Spuren vom Schalenwild, Füchsen und eventuell dem Marderhund gesehen. Die Schneebedingungen waren sehr schlecht. Trotzdem haben wir Spuren von einem Luchs gefunden, aber erst oben auf dem Kamm (820m Höhe) dort wo durch Holzeinschlag und Sturm keine Bäume mehr standen. An einer Wasserquelle haben wir die Trinkflaschen aufgefüllt und sind dann noch weiter hoch in der Hoffnung, dass wir noch Wolfsspuren finden. Leider haben wir keine Spuren mehr gefunden, die man Wolf oder Luchs eindeutig zuordnen hätte können. Allerdings ist bestätigt, dass hier Wölfe sind.

Jetzt werden wir die tschechische Küche testen gehen. Von Mirek habe ich noch keiner weiteren Informationen.

5.Februar

Das Wetter war heute freundlicher mit Sonnenschein und ohne starkem kalten Wind. Wir sind bei Halenkov bis ans Ende des Tales in westlicher Richtung gefahren und von dort zu einem Rundweg in die Berge aufgebrochen. Die Schneebedingungen werden immer schlechter und im unteren Teil war gar kein Schnee vorhanden. Als wir durch den Wald auf den oberen markierten Wanderweg gehen finden wir Spuren die von einem einzelnen Wolf stammen könnten. Die Spur war zu sehr eingeschmolzen um es genau sagen zu können. Oben auf dem Kamm angekommen finden wir eine frische Losung, die vom Luchs stammen könnte. Leider waren keine Spuren auszumachen. Ich habe einen Teil in Alkohol konserviert mitgenommen. Als wir dem Weg weiter nach Südwesten folgen treffen wir auf eine Wolfsspur.

Mit dem heutigen Tag, haben wir die erste Region abgeschlossen. Wie von mir erwartet mit positiven Hinweisen auf Luchs und Wolf.

Wir haben zusätzlich viele Spuren der Rehe, Wildschweine, Hirsche, Füchsen und mit großer Wahrscheinlichkeit vom Marderhund gefunden.

Vom Mirek haben ich erfahren, dass er auf der slowakischen Seite ebenfalls mehrere Spuren vom Luchs gefunden hat und zukünftig enger mit den slowakischen Leuten zusammen arbeiten möchte.

 

6. Februar

Wir sind heute in die nächste Region gefahren die sich nördlich von Hranice und Olomouc befindet. Auf dem Weg ins Zielgebiet hat Achim Probleme mit seinem Auto bekommen und musste in eine Werkstatt nach Brno fahren. Mirek hat mich bis zu einem kleinen Bahnhof (bei Klokocuvek) mitten in der Pampa gebracht.  Dort kann ich bis Freitag bleiben. Mirek musste zu einem Meeting. Somit bin ich am Nachmittag alleine durch die Wälder gezogen.

Die Hügel sind nur noch 550m hoch, es liegt kein Schnee und es hat fast den ganzen Tag geregnet. Es ist zwar möglich unter solchen Bedingungen Spuren zu finden, denn der Boden ist weich und matschig, es erfordert aber eine hohe Konzentration. Spuren der häufig vorkommenden Rehe, oder Wildschweine und Hirsche sind einfach zu finden. Doch für die seltenen Luchs oder Wolfsspuren benötige ich Glück.

Leider habe ich keine eindeutigen Spuren finden können. Hier ein paar mal ein Spurenvergleich von einem Reh und Shiras Pfotenabdruck. Frische Spuren sind sichtbar, auch ohne Schnee, man muss aber genau hinschauen um die Spur von einem Luchs oder Wolf der gerade mal den Weg kreuzt dann auch zu sehen. Im richtigen Moment auf die richtige Stelle schauen und das 5-6 Stunden lang.

7.Februar

So sieht es in meiner Bahnhofsunterkunft mit Kaminfeuer aus. Ungewohnt luxuriös.

Ich war heute ganz in der Nähe am nordöstlichen Rand des Militärgeländes im Norden von Olomouc unterwegs. Das Militärgelände kann ich nicht betreten ist aber in der Region das am stärksten bewaldete Gebiet. Dort werden gelegentlich auch Luchse gemeldet.

Die bewaldeten Gebiete konzentrieren sich hier auf die Kämme und gelegentlich auf ein solches Tal im Bild. Direkt oberhalb davon sind Felder, Wiesen, Siedlungen und unten sind die Straßen und ebenfalls Siedlungen plus einer recht intensiven touristischen Sommernutzung.

Als Korridor und Durchzugsgebiet wohl geeignet, als Lebensraum weniger gut, trotz der hohen Schalenwildpopulation.

Mirek hat mich gebeten westlich von Hiranice eine Unterführung anzusehen. Wildtiere können entlang der Uferböschung bis zu dieser sehr stark befahrenen Straße kommen, welche Tiere tatsächlich hier unten durchwechseln würden kann ich nicht sagen.

8.Februar

Ich bin heute zu dem nördlichsten Punkt meiner Expedition gefahren, bis in das Gebirge östlich von Sumperk. Dort bin ich auf über 900m Höhe wieder in den Schnee gekommen. Der War leider stark überfroren und mit einer ganz dünnen körnigen Schneeschicht bedeckt. Das bedeutet, alte Spuren sind zugeschneit und auf dem neuen Schnee sind Spuren kaum zu erkennen. Dafür konnte ich einige Spuren vom Neuschnee der nicht eingefroren war befreien um mir ein genaueres Bild zu machen.

Ich habe zwei Spuren entdeckt die ich dem Spurenbild nach und der Form nach einem Luchs zuordnen würde.

Dieser Spur (mittleres Bild) bin ich ein gutes Stück gefolgt. Für einen Fuchs sind die Abdrücke zu groß, und für einen Wolf zu klein. Ein Hund geht anders. Der einzelne Abdruck bestärkt mich in der Annahme, dass es sich um einen Luch gehandelt hat. Ich bin solchen Spuren mehrfach begegnet die Bergab führten. Ich vermute fast, dass es sich um Mutter und ein Jungtier handelte, oder dass ein einzelnes Tier mehrfach im selben Gebiet ins Tal gelaufen ist, um dort eventuell von einem Riss zu fressen. Das sind aber nur Spekulationen. Man erkennt es schon am Licht der Bilder ich war lange und spät unterwegs. Am Auto war ich erst um 19:00 als es absolut dunkel war und etwa -4°C. Auf dem Parkplatz habe ich übernachtet.

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