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Leseprobe

Wolfswelpen

Wuff!(Auszug aus der Einleitung)

Hallo Freunde, Kinder und Brüder und Schwestern,die heimlich lesen!

In der Sprache der Zweibeiner bin ich ein "Hund", genauer eine „Hündin". Ich reise viel in der Welt herum und zwar mit einem Menschen, dem Peter. Der wird ständig als mein „Herrchen" bezeichnet, was immer das auch bedeuten mag. Ach ja, da Ihr meinen wahren Hunde-Namen nicht aussprechen könnt, werde ich Djanga genannt. Seit mehreren Jahren bin ich viel in einem Land unterwegs, das man Transsylvanien nennt. Das ist der Teil von Rumänien, der wegen den Geschichten über Vampire und einen gewissen „Dracula" bekannt ist. Ich habe aber noch nie einen getroffen...

Die Ankunft (erstes Kapitel)

Wölfe sind Wildtiere und leben normalerweise nicht bei Menschen. Als mich mein "Herrchen" zu sich nahm, war ich schon 8 Wochen alt. Die Wolfswelpen sind bereits im Alter von 2-3 Wochen zu uns gekommen. Das war notwendig, ansonsten hätten sich die Wölfe nie an Herrchen und die anderen Menschen gewöhnt und wären immer sehr scheu und ängstlich geblieben.

Diese beiden Welpen wurden von einer Pelztierfarm in Rumänien befreit als sie 18 Tage alt waren. Sie sind am 5. Mai 1996 geboren.

Die Armen waren so verängstigt, dass sie sich während der Fahrt unter der Jacke versteckt haben. Denn die haben niemals zuvor direkten Kontakt mit dem Menschen gehabt.

Die Leute im Projekt haben den Wölfen natürlich menschliche Namen gegeben. Crai, so wurde der männliche Wolfswelpe getauft und Poiana der weibliche Welpe. Somit konnte der Spaß beginnen.

Peter’s Anmerkung:

Hunde können meistens zweimal im Jahr Welpen bekommen, Wölfe nur einmal, im Frühjahr.

Der erste Tag (zweites Kapitel)

Poiana und Crai sind vor Angst fast gestorben, als sie von so vielen fremden Menschen angestarrt wurden. Um die Zwei ein wenig zu trösten und erst mal artgerecht zu begrüssen, mußte ich mich zwischen Herrchen und den anderen duchdrängen. Dabei habe ich ihren wahren Namen erschnüffelt.

Poiana und Crai brauchten noch viel Wärme und sind unter Herrchens Pullover gekrochen. Echt witzig: Peter als Wolfsmutter. Wenn der wüsste was das wirklich bedeutet! Er und alle anderen Mitarbeiter haben sich jedoch wirklich bemüht. Sie mußten Crai und Poiana alle zwei bis drei Stunden füttern. Die Wölfe mußten lernen, aus einer Nuckelflasche zu trinken. Oh weh! Alle, auch Peter haben sich ziemlich blöd dabei angestellt. Poiana und Crai sahen immer aus, als ob sie eine Milchdusche abbekommen hätten. Und die kleine Poiana hat sich ständig bei mir beschwert, dass die Milch nicht schmeckt, und entweder zu kalt oder heiß ist. Liebe Menschen! Wölfe sind eben sensibel, und die weiblichen Wölfe noch mehr! Herrchen hatte eine Kiste mit einer Wärmflasche und weichen Handtüchern vorbereitet um den beiden die Höhleund die Mutterwärme zu ersetzen. Nach der ganzen Anstrengung für Poiana und Crai haben beide in der ersten Nacht gut geschlafen. Merkwürdig war, dass Peter die Wölfe täglich gewogen hat, um sicherzustellen, dass sie genügend Nahrung bekommen. Als ob man das nicht auch so sieht, typisch Mensch! Poiana und Crai fanden es genauso merkwürdig wie ich, und sind ständig von der Waage heruntergehopst.

Peter’s Anmerkung:

In den ersten Wochen werden Welpen nicht lange alleine gelassen. Eine Wolfsmutter muß die Welpen regelmäßig füttern und ihnen die lebensnotwenige Körperwärme spenden.

Spielen (9. Kapitel)

Als Poiana und Crai noch sehr jung waren, konnten sie noch nicht rennen. Darum habe ich mich zum Spielen auf den Boden gelegt. Ich bin fast genauso herum gerollt wie die zwei Knirpse und hatte manchmal mein Maul voll mit einem Wolf.

Crai fand es immer lustig, die Poiana in den Bauch zu kneifen. Eine blöde Idee und typisch Rüde! Noch blöder war es, dieses Spielchen auch bei mir zu versuchen. Und das mit seinen spitzen Zähnchen! AU! Ein Grund, mal wieder erzieherisch einzugreifen. Danach jaulte und heulte er wie eine Sirene. Er hat es nie wieder gewagt. Alles hat seine Grenzen, und das muss der kleine Kerl auch mal lernen.

Mit zunehmenden Alter wurde das Spiel mit den Wölfen immer interessanter. Als sie drei Monate alt waren, konnten die zwei schon richtig schnell rennen und springen. Volle Socke durchs Haus! Sozusagen über Tisch, Schrank, Stuhl und Bett. Zugegeben, es sind dabei schon ab und zu mal einige Dinge umgefallen oder ein wenig durcheinander geraten. Na und? Spaß muss doch auch mal sein! Zu Beginn hat Peter noch gelacht, später hat er uns komischerweise immer hinausgeworfen. Warum nur? (Peters Protest: "Ha! Von wegen ein wenig Durcheinander! Selbst ein Wirbelsturm hätte weniger Chaos angerichtet als ihr drei beim Herumtollen durchs Haus.")

Peter’s Anmerkung:

Die Wölfe stabilisieren ihr soziales System im Rudel und lernen spielerisch die eigenen Stärken und Schwächen und die der anderen Rudelmitglieder kennen.