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Hintergrund und Geschichte zum Crai

Crai ist ein Wolfsrüde und ist im Mai 1996 in einer Pelztierfarm in Rumänien geboren worden. Zusammen mit dem Wolfsweibchen Poiana sind die beiden Wölfe als Welpen in das vom Christoph Promberger geleitete Großräuberprojekt in den rumänischen Karpaten (Carpathian Large Carnivore Project) gebracht worden. Damals war ich selber Student und habe wie die anderen Projektmitarbeiter die Wölfe mitaufgezogen.

Ende 2003 beendete Christoph Promberger nach 10 Jahren das Projekt und beide Wölfe blieben alleine an der Wolfsforschungshütte in ihrem Gehege zurück. Bis zu diesem Zeitpunkt waren immer Projektmitarbeiter an der Hütte bei den Wölfen. Seit 2004 lebt dort niemand mehr außer den Wölfen, die seitdem nicht mehr konstant beaufsichtigt wurden, Herrmann und Katharina Kurmes haben die Fütterung und medizinische Betreuung übernommen. Christoph Promberger hat sich komplett zurückgezogen und fühlt sich für die Wölfe nicht mehr verantwortlich.  

Im Alter von 12 Jahren ist die Poiana im Mai 2008 gestorben und Crai blieb alleine im Gehege zurück, ohne Partner, ohne ständige Aufsicht und ohne ständigen Kontakt zu Mensch und/oder Wolf. Crai sah zudem im Mai sehr schlecht aus, hatte im Fellwechsel erhebliche Hautprobleme, wirkte abgemagert und einsam.

Für einen Wolf kommen solche Lebensumstände in dem Alter praktisch einem Todesurteil gleich. Herrmann und Katharina haben sich bemüht in zu füttern und medizinisch die Hautprobleme in den Griff zu bekommen. Crai selber schien ganz offensichtlich unter dem weiteren Verlust von Gesellschaft zu leiden und nur noch wenig gefressen.

Das sind für mich absolut unhaltbare Zustände und deswegen habe ich mich eingeschaltet um die gesamte Situation zu Gunsten für den Crai zu ändern. Christoph Promberger habe ich scharf kritisiert, denn er ist in meinen Augen der Hauptverantwortliche, weil unbedingt halbzahme Wölfe haben wollte.

Ich bin seit dem 25.Juli konstant beim Crai und arbeite täglich mit ihm. Mehrere Volontäre haben mir schon geholfen diese Dauerbetreuung zu gewährleisten und gleichzeitig den finanziellen Aufwand zu decken. Noch mehr Freunde und Bekannte von mir haben mich finanziell so unterstützt, dass ich mehrere Woche beim Crai bleiben kann und mich um eine entsprechende dauerhafte Lösung persönlich kümmern kann.

Dafür möchte ich hier allen von Herzen Danken. Die nun folgenden Bilder vom Crai sollen jetzt alle erfreuen.

Anfangs habe nur ich den Crai geführt. Er wirkte bei Fremden noch angespannt. Hier ist mein Neffe Patrick dabei. Mit der Shira meiner Hünding hat sich Crai schon gleich zu Anfang bei den ersten versuchen im Anfang Juni angefreundet.

Nach einigen Tagen habe ich die Führung von Crai an der Leine immer öfter auch den Voluntären überlassen. Hier ist Crai wieder mit meinem Neffen unterwegs. Mir geht es dabei darum, dass der Crai durch ein tägliches Training körperlich, seelisch, geistig und gesundheitlich gestärkt wird. Er soll wieder mehr Vertrauen zu Menschen bekommen. Das Wandern im Wasser macht ihm nicht nur bei den heissen temperaturen viel Spass, sondern stärkt auch seine Muskulatur. 

Nach einigen Tagen fing Crai von selber an zum Spiel aufzufordern und so rennen wir mit ihm über die Wiesen, Felder und Wege. Wichtig für einen Wolf sind auch die sozialen Kontakte. Tägliches Schmusen sowohl im Gehege als auch draussen gehört jetzt mit zu seinem Alltag. Hier mit meinem Neffen.

Ich möchte dabei betonen, dass der Crai ein Ausnahmewolf ist, denn so unbekümmert wie es auf den Bildern aussieht kann man nur mit sehr wenigen Wölfen umgehen. Ich arbeite auch im Gehege um den Urwald der sich gebildet hat etwas zu lichten. Crai ist dabei, sieht zu, schläft irgendwo oder fängt mit mir an zu spielen. Dann allerdings muss ich die Arbeit einstellen, denn er wird dann mitlerweile richtig aufsässig.