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Fachexkursion: "Wildtiermanagement - Koexistenz mit Wölfen, Braunbären und Luchsen"

Aktuelle Termine 2009:

  • 25.April-2.Mai (bei vielen Anmeldungen 2.Termin)
  • 2.-9.Mai

    Exkursionsgebiet

    Das Exkursionsgebiet liegt im wesentlichen zwischen dem Nationalpark Piatra Craiului und dem Ciucas Gebirge und dem Großraum Brasov in den rumänischen Karpaten. (siehe dazu auch die Gebietsbeschreibung und Karte)

    Inhalt:

  • Exkursionseinführung
  • Hintergrund
  • Programm offene Gruppe
  • Programm geschlossene Gruppe
  • Anmerkungen zu den Programmen
  • Anforderungsprofil
  • Gebietsbeschreibung
  • Kosten
  • Kontakt

    Exkursionseinführung

    Inhaltlich geht es um die Problematik wenn Menschen und Beutegreifer auf engen Raum zusammen auskommen müssen. Als Zielgebiet wähle ich für diese Fachexkursion die Region um Brasov aus. Die Begründung dafür ist ganz einfach.

    In kaum einer anderen Region Europas die ich bisher bereist habe, konnte ich eine ähnlich intensive Form der Koexistenz der Menschen mit den großen Beutegreifern feststellen, wie im Großraum um Brasov (Kronstadt) in den rumänischen Karpaten. Auf einer Fläche von nur etwa 3000km² findet man aus der Perspektive des Wildtiermanagements sehr viele verschiedene Facetten wie die „Mensch – Großräuber“ Beziehung aussehen kann. International in den Medien berühmt geworden ist das Wolfsrudel, dass die Stadt Brasov besucht hat und die Bären, die sich von dem Inhalt der Müllcontainer am Stadtrand ernähren. Das sind aber nur zwei von vielen hoch interessanten Beispielen der „Mensch – Großräuberbeziehung“. Beide Situationen müssen aus Wildtiermanagementsicht völlig unterschiedlich bewertet werden.

    Ich möchte während der einwöchigen Exkursion sehr unterschiedliche Geschichten und Situationen zeigen, diskutieren und mit den Teilnehmern darüber nachdenken, welche Konsequenzen wir für unsere eigene Heimatregion daraus ziehen können, für den Fall, dass dort Wolf, Bär oder Luchs wieder heimisch werden. Da ich selber in der Region intensiv verschiedene Wolfsrudel, mit Luchsen und Braunbären gearbeitet habe, werden wir in der Woche einige der Wolfs und Luchs Reviere besuchen und dabei gleichzeitig auch nach Spuren und andere Hinweise suchen. Die Bedingungen für die Wildtiere sind in den einzelnen Regionen die wir durchwandern werden sind sehr unterschiedlich in Bezug auf die Nutzung durch den Menschen. Von Wildnisregionen über touristisch genutzten Regionen, dörfliche Siedlungsgebiete bis hin zu Ballungsgebieten bei Brasov. 

    Hintergrund (zurück)

    Wir werden uns in Deutschland und in den Alpenregionen darauf einstellen müssen den Lebensraum wieder mit Wolf, Bär und Luchs zu teilen. Doch was bedeutet das für uns Menschen, für unsere Kinder, für unsere Haustiere, ob Hund, Katze oder Schafe etc. ? Was bedeutet diese Entwicklung für die vielen verschiedenen Interessensgruppen, den Eltern die Ihre Kinder in die Schule schicken wollen und die draußen im Wald spielen? Was bedeutet die Rückkehr der großen Beutegreifer für die Jagd, für die Landwirtschaft und welche Bedeutung bringt diese Bereicherung der biologischen Artenvielfalt aus ökologischer und sozial-ökonomischer Sicht mit? 

    Diese und viele andere Fragen stellen wir uns Menschen in einer Kulturlandschaft in der wir den Umgang, die Koexistenz mit Wolf, Bär und Luchs seit über 100 Jahren nicht mehr kennen.

    Es gibt ein paar unumstößliche Fakten die ich gerne hier zusammenfassen möchte

  • umweltpolitisches Ziel in Europa ist, dass sich alle drei Beutegreifer flächenmäßig in Europa wieder ausbreiten sollen
  • genau dass wird auch geschehen
  • Wölfe könnten in fast ganz Europa leben
  • Bären und Luchse zumindest in allen größeren bewaldeten Gebirgsregionen
  • Es wird Konflikte geben
  • Die meisten Konflikte sind von uns Menschen selber provoziert
  •  Das Risiko für uns Menschen ist minimal
  • Die Wildtiere passen sich relativ leicht an unsere allgegenwärtige Anwesenheit an, denn sie haben keine andere Wahl
  •  Wir Menschen müssen lernen uns anzupassen
  • Wölfe leben nicht nur in der abgeschiedenen Wildnis
  • Wölfe und Luchse haben sehr große Territorien
  • Bären sind nicht sehr territorial und können bei hohem Nahrungsangebot sehr konzentriert auftreten

    Wie kann man besser eigene Erfahrungen machen, als wenn man sich selber in Regionen begibt in denen Wölfe, Bären und Luchse zum Alltag gehören? In diesem Sinn biete ich derzeit 2 mal im Jahr eine einwöchige Fachexkursion an. Es ist Teil meiner Strategie der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit auf diese Weise die Thematik rund um Wolf und Co uns Menschen näher zu bringen.

    An den Exkursionstagen werden wir verschiedene Regionen zwischen dem Nationalpark Piatra Craiului und dem Ciucas Gebirge erwandern.

    Programm für die offene Gruppe (zurück)

    (die Reihenfolge kann sich ändern)

    1. Anreise
    2. Wanderung in der Ciucas Region. 
    3. Wanderung Piatra Craiului/Bucegi
    4. Wanderung im Postavaru
    5. Wanderung Piatra Mare
    6. Besuch des Auffangzentrum für Bären und Wölfe bei Zarnesti (dort lebt jetzt auch der zahme Wolf Crai siehe Hilfe für Crai)
    7. Wanderung Persan oder Fagaras
    8. Abreise

    Programm für eine geschlossene Gruppe (zurück)

    Ich stimme die Inhalte und Programmpunkte auf Wunsch individuell mit der Gruppe ab. Hiermit möchte ich insbesondere auch bestimmten Interessengruppen die Möglichkeit bieten die Thematik in Form eines Seminar anzubieten. z.B. für Schäfer und Landwirte, für Jäger, Förster, Umwelt- und Naturschutzorganisationen oder für Familien mit Kindern, Schulklassen etc. Bei jeder einzelnen Gruppe sind die inhaltlichen Interessen und Anforderungen sehr unterschiedlich. Deshalb kann ich hier keine pauschale Bechreibung anbieten. Hier ist in jedem Fall eine individuell Absprache notwendig. Das kann sich auf die Kosten bei einer Gruppe im positiven Sinn bemerkbar machen.

    Bei einer geschlossenen Gruppe kann ich den Schwierigkeitsgrad entsprechend anpassen, so dass es sogar für Rollstuhlfahrer mit einigen Umständen möglich wird. 

    Anmerkungen zu den Programmen (zurück)

    Einen freien oder Kulturtag baue ich auf Wunsch ein.

    Im April ist es Nachts teilweise noch sehr kalt und biete die Übernachtung im Freien nur auf einstimmigen Wunsch aller Teilnehmer an. Als Alternative werden wir entweder sehr früh morgens vor der Dämmerung im Zielgebiet zu sein, oder erst spät Abends nach Einbruch der Dunkelheit wieder zur Pension zurückzukehren.

    Jede einzelne besuchte Region bietet im Prinzip genügend interessante (klingt sanfter) Möglichkeiten um sich dort mehrere Tage aufzuhalten. Überall leben Wölfe, Bären und Luchse, Hirsche, Rehe und Wildschweine, die drei wichtigsten Beutetiere für den Wolf.

    Wichtig:

    Ich biete keine gezielten Beobachtungen von Beobachtungsplattformen für Wildtiere oder der Müllbären am Abend in Brasov an. Letzteres ist verboten und steht im Widerspruch zu den Wildtiermanagementbemühungen. Selbst im Wald angefütterte Braunbären (bzw. Wildtiere) um sie einem Publikum zur Schau stellen zu können sind aus der Sicht des Wildtiermanagement problematisch. Warum ich diesen Standpunkt vertrete werde ich während der Exkursion aufzeigen. Als Alternative besuchen wir das Auffangzentrum für Bären und Wölfe. Die großen Bärengehege sind 6-8ha groß.  

    Anforderungsprofil (zurück)

    Bei einer offenen Gruppe sollte jeder Teilnehmer gerne Wandern und sich natürlich für die Thematik interessieren. Wir werden etwa 10-15km am Tag wandern auf teilweise sehr unebenen, rutschigen und manchmal recht steilen Pfaden und Wanderwegen. In das Programm möchte ich es gerne einflechten, dass wir zumindest für eine nacht ganz draußen bleiben und dort übernachten, wenn die Wetterbedingungen es zulassen. Den Schwierigkeitsgrad würde ich bei einer Skala von 1-5 auf etwa 3 – 4 einstufen. 5 wäre eine Überquerung des Piatra Craiului und 1 wäre eine langsame Flachlandwanderung (Spaziergang). Da wir nicht nur in Regionen unterwegs sein werden in denen es ein Wanderwegenetz gibt, kann es auch mal vorkommen, dass wir eine Passage quer durch den Wald nehmen müssen.

    Beschreibung der Zielgebiete (zurück)

    Karte

    die bunt umzirkelten Regionen stellen die Wolfsreviere mit denen ich gearbeitet habe dar

    Ciucas

    Ciucas selber ist ein 1999m hoher Felsgrat östlich von Brasov. Das gesamte Gebiet ist sehr dünn besiedelt. Hier lebt ein großes Wolfsrudel dass ich über 2 Jahren untersuchen konnte. Den besenderten männlichen Wolf nannten wir Paltinu. Oberhalb der Baumgrenze und auf den niedrigeren Hügeln gibt es im Sommer einige Schäfercamps. In der selben Region bin ich immer wieder auf Spuren von Luchsen und von Bären begegnet. Ich hatte einige spannende Bärenbegegnungen und wir haben hier sowohl Wölfe als auch Bären gefilmt. Das Wetter könnte man hier als launisch bezeichnen. Durch die gesamte Region führt im Prinzip nur eine asphaltierte Strasse, es gibt eine Stausee und nur sehr kleine und teilweise sehr entlegene Siedlungen am Randbereich des über 250km² großen Wolfsterritoriums. In allen Richtungen angrenzend gibt es weitere Wolfsreviere. Ciucas soll zukünftig einen Schutzstatus erhalten, als Naturpark oder als Nationalpark.

    Piatra Craiului (Königstein)

    Piatra Craiului ist Nationalpark und ist etwa 2237m hoch. Er wird beschrieben als geologischer Unfall und erstreckt sich über 24km Länge wie ein schlafender Drachen von nord nach Süd. Das Burzental auf der westlichen Seite erstreckt sich über fast 30km und reicht bis in das Fagars Gebirge hinein. Auf der östliche Seite befindet sich ein Canon der direkt von Zarnesti einer Kleinstadt mit etwa 25.000 Einwohner erreichbar ist. Nach Westen erstrecken sich Wildnisgebiete die nahtlos ins Fagaras Gebirge übergehen und eine Gesamtlänge von über 80km bis zum Olttal bei Sibiu (Herrmannstadt). Auf der östlichen und südlichen Seite befinden sich viel Streudörfer und eine relativ intensiv und vielfältig genutzte Kulturlandschaft. Auch dort leben Wolfsrudel, Bären und Luchse. Das Revier eines dieser Wolfsrudel mit dem ich gearbeitet habe befindet sich genau zwischen dem Piatra Craiului und den Buzegi Gebirge. Das Habitat zwischen Piatra Craiului und Buzegi wird von dem Branpass durchschnitten.

    Buzegi Gebrige

    Buzegi ist Naturpark und das zweit höchste Gebirgsmassiv in Rumänien mit über 2500m Höhe. Von den Gebirgsregionen im Osten wird es durch dass Prahova Tal abgeschnitten, dass gleichzeitig ein touristisches Zentrum darstellt. Durch dieses Tal soll eine Autobahn geführt werden.

    In dieser fantastischen Naturregion konnte ich mit zwei Wolfsrudeln und einem Luchs arbeiten. Insbesondere eines der beiden Wolfsrudel lebte praktisch mitten zwischen den Streusiedlungen die es zwischen Buzegi und Piatra Craiului gibt. Für Wölfe und für Menschen eine völlig andere Situation als z.B. das Wolfsrudel aus dem Ciucas Region. Die gesamte Region ist sehr vielfältig von Menschen genutzt wodurch zu andauernden Konflikten zwischen Menschen und den großen Beutegreifern kommt. Das Wolfsrudel hat beispielsweise die Welpen nur 800 vom Dorf entfernt aufgezogen.

    Postavaru

    Das Postavara oder Schullergebirge leigt direkt angrenzend südlich an Brasov. Hier lebte das international sehr bekannt gewordene Down Town Pack mit der besenderten Wölfin Timis. Ich habe über 2 Jahre in der Region mit den Wölfen und einem Wolfsrudel im angrenzende Piatra Mare gearbeitet. Damals haben wir dort die Filmproduktionen „Der Herr der Wölfe“ und „Wolf Spezial“ gedreht. Postavaru ist etwa 1850m hoch. Dort befindet sich auch eines der teuersten Ski und Touristikgebieten der rumänischen Karpaten, Poiana Brasov. Diese Region ist besonders spannend weil hier nicht nur die Wölfe leben sondern hier gibt es im Sommer eine extreme Verdichtung an Braunbären die nachts die Müllcontainer in der Stadt und in Poiana Brasov und allen umliegenden Dörfern aufsuchen. Man versucht seit einige Jahren die Situation zu entschärfen mit verschiedenen Maßnahmen, aber ohne all diese bären zu schießen. An unzähligen TV-Dokumentationen habe ich hier mitwirken können, die letzte 2007 „Brunos Brüder“ mit SZ-TV.   

    Piatra Mare

    Piatra Mare (Hoher Stein) liegt östlich von Postavaru und ist etwa gleich hoch. An den südlichen Ausläufern im Übergang zum Buzegie Gebirge liegt ein weiteres Tourismuszentrum Predal. Ansonsten ist Piatra Mare selber nur als Wandergebiet genutzt und eine kette von Bergregionen erstrecken gen Osten mit sehr naturnahen Waldregionen. Ein teil der Region gehört zum Universitätsgeländer der forstlichen Fakultät Brasov. In der Region hat der Wolf Paltinu sich 1995-1998 aufgehalten bis er 1999 in die Ciucas Region umgezogen ist. Hier konnte ich auch einige Bären telemetrieren. 

    Bärenauffangstation

    Mit Hilfe von internationale Tierschutzorganisationen entsteht derzeit  nördlich von Zarnesti das vermutlich größte Auffangzentrum für Braunbären. Für Braunbären die nach den neuen EU-Richtlinien im Zirkus nicht mehr gehalten werden können und vor allen Dingen für Bären die illegal an Hotels gehalten wurden. Ich arbeite mit den diesen Tierschutzorganisationen zusammen und möchte hier zukünftig auch eine Bildungsprojekte starten.

    Persan und Fagaras

    Das Persan Hügelgebiet ist relativ niedrig meistens unter 1100m und stellt einen Korridor zwischen dem Fagaras und dem weiter im Nordosten befindlichem Hargitha Gebirge dar. Überwiegend handelt es sich um einen sehr hügeligen Laubwald. Zukünftig wird diese Region vermutlich von 1-2 Autobahnen durchquert werden. Das im Süden angrenzende Fagarsgebirge ist über 2500m hoch. In der Region konnte ich mit einem weiteren Rudel und einen Luchs arbeiten. Es ist ein fast reines Wildnisgebiet, dass teilweise sehr steil ist und teilweise nur forstwirtschaftlich und zur Jagd genutzt wird. Nur in den unteren ebenen und oberhalb der Baumgrenzen gibt es Schäfer bzw. große Weideflächen z.B. für Wasserbüffel.

    Panoramabild vom Zielgebiet etwa 270° Drehung:

    Ganz links sieht man das Buzegi Gebirge, daneben weit im Hintergrund ist Piatra Craiului, dann ist Postavaru zu erkennen. Danaben in der Mitte schaut man genau auf Piatra Mare. Ganz rechts befindet sich das Ciucas Gebirge, im Dunst kaum erkennbar.

    Kosten: (zurück)

    Die Kosten betragen 600,-Euro inklusive Pension mit Frühstück, Lunch und Abendessen, und lokalem Transport und meinen Exkursionen. Die Anreisekosten sind nicht enthalten. Die Kalkulation basiert auf mind. 8 Teilnehmern.

    Für geschlossene Gruppen wird der Preis individuell je nach Programm und Teilnehmerzahl berechnet.

    Kontakt (zurück)

    Anfragen und weitere Informationen direkt bei mir, am Besten per Email.

    info@derwegderwoelfe.de

    Buchungen bei Klatschmohn Ecotours

    www.klatschmohn-ecotours.de, Email: info@klatschmohn-ecotours.de (die Homepage ist für diese Fachexkursion noch nicht aktualisiert)

    Die Inhalte für individuelle Angebote, z.B. für Familien, für Behindertegruppen oder auch für geschlossene Gruppen können direkt mit mir abgesprochen werden. Die Buchungen und Organisation der Anreise etc. laufen über Klatschmohn Ecotours.

    info@derwegderwoelfe.de