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Tagebuch:
Expedition Tschechien
4.Woche
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4.Woche



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23. Februar In der
Nacht habe ich das Tarp nochmals anders abgespannt. Es war eine sehr
unruhigr Nacht und der Sturm hielt bis zum morgen durch. Wir aber auch.
Mit etwas wenig Schlaf sind wir zum Frühstück zur
Unterkunft gefahren. nach der sehr frischen Luft draußen traf uns die dicke
Knoblauchluft von 8 Leuten im Haus wie ein Schlag ins Gesicht.
Wir sind heute südwestlich von Volary zwischen dem Fluss
und der Grenze ins Gebiet. Schon gleich am Anfang auf einer Wiese sind und
riesige Abdrücke und der Kot der Elche aufgefallen. Das war natürlich sehr
spannend, denn jederzeit können wir auf Elche stoßen, die allerdings trotz
ihrer Größe schwer zu finden sind.
30min später zog die Shira in den Wald, ich aber um die
nächste Ecke und Volker und Frank sind durch den Wald und haben Haare
gefunden. Beim Absuchen der Umgebung konnten wir dann den Kadaver einer
Hirschkuh finden. Wir konnten jedoch nicht die Todesursache feststellen,
sondern nur, dass diese Tier überwiegend von Wildschweinen und Füchsen
gefressen worden ist.
Auf dem weiteren Weg heute haben wir noch einige Spuren
von Elchen gefunden aber kein Luchs oder Wolf.
Am Abend habe ich noch einen Vortrag für die
tschechischen Volontäre gehalten auf englisch. Ich war jedenfalls danach
ziemlich müde. |


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24. Februar Ich
kann im Haus hier nicht schlafen sondern bin wieder an den Waldrand zum
schlafen gefahren. Heute sind wir etwas westlicher in Grenznähe östlich von
Mitterfirmansreuth auf tschechischer Seite unterwegs gewesen. Allerdings
sind wir es heute sehr relaxed angegangen. Spuren von Elchen haben wir
gefunden und Hinweise die zunächst auch vom Wolf sein könnten, die wir
später aber Hunden zuordnen mussten.
Am Abend kam dann Volker 2, der bis zum Ende der Woche
bleiben wird. |



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25. Februar Heute
haben wir uns ein Gebiet nördlich von Volary ausgesucht. Teilweise eine
Region, die am Wochenende von Jan und seinen Leuten abgesucht worden ist,
nur wollten wir in einem größeren Bogen laufen um so in eine nördlichere
Region zu kommen. Nach etwa 45min sind wir auf
sehr merkwürdige Spuren gestoßen, die vorderen Zehen tief in den Schnee
gedrückt und teilweise 10cm groß. Das ganze war aber irgendwie sehr
undeutlich. Diesen Spuren sind wir zwischen den jungen Fichten im Schnee
gefolgt und haben eine zweite Spur entdeckt. Die eines Luchses. Das ganze
war noch rätselhaft, denn die große Spur war definitiv weder Wolf noch Hund.
Etwa 50m weiter haben wir wieder eine sehr ähnliche Spur im Schnee gefunden.
Ebenfalls konnten wir wieder eine Luchsspur identifizieren. Wir haben jede
andere Spur sehr genau vermessen aus verschiedenen Blickwinkel betrachtet
und versucht uns vorzustellen was hier wohl geschehen sein mag.
Meine Meinung war am Ende, dass ein Luchs einen Hasen gejagt
hat, der bei der Flucht mit allen möglichen Haken und Sprüngen solche Spuren
hinterlassen hat. Ein Hase kann mit seinen Hinterläufen sehr große Abdrücke
hinterlassen und die Pfoten sehr weit spreizen. Sehr spannend.
Unterwegs haben wir ansonsten zwar noch Spuren von einem
Elch entdeckt aber ansonsten nichts ungewöhnliches mehr.
Am Abend kam Izabela und Ihr Mann Jien an. Izabela arbeitet
beim WWF Deutschland. In der Pause haben wir uns
eine Suppe gekocht. |

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26. Februar Es
friert nur leicht in den Nächten und am Tag scheint die Sonne. Das
verbessert die Chance Spuren zu finden überhaupt nicht.
Heute sind wir nochmals an das nordwestliche Ende des
Lipno Sees gefahren, praktisch direkt im Nachbargebiet vom Samstag.
Wir sind eine lange Strecke gewandert, zum größten Teil
auf befestigten Waldwegen. Erst auf dem Rückweg sind wir über einen
Bergrücken gelaufen auf wunderbar federnden Waldwegen. Felsen und
umgefallene Bäume haben den Weg lebendig gemacht. Doch außer den üblichen
Spuren vom Hirsch, Reh, Wildschwein und Fuchs, haben wir nicht viel mehr
gefunden. Dafür eine schöne Spur von einem Marderhund.
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Ein Suchbild. Der Abdruck ist schwach direkt vor meinem
Schuh erkennbar. Er ist größer als mein Schuh breit ist. |
27. Februar Wir
sind heute nach Hartmanice umgezogen. Während ich den Frank zum Bahnhof in
Bayerisch Eisenstein gebracht habe, sind die anderen schon auf Suche nach
eine Pension in Hartmanice gefahren.
Gegen 14:00 konnten wir uns dann auf den Weg machen ein
Gebiet südlich von Hartmanice zu durchwandern. Eine sehr schöne Region mit
Moor und sumpfigen Gebieten und Wälder drum herum.
Entlang des befestigten Weges haben wir nach etwa 2/3 der
Strecke eine Spur gefunden die von einem Wolf stammen könnte, oder halt eben
von einem sehr großen Hund. Da dieses Tier mit der hinteren Pfote über eine
längere Distanz sehr genau in den Abdruck der vorderen Pfote getreten ist,
der Spurverlauf verhältnismäßig gerade verlief und die Abdrücke selbst
sehr groß und länglich waren könnte es sich tatsächlich um einen Wolf
handeln.
Am Freitag haben wir einen Termin bei der Nationalpark
Verwaltung Sumava. Vielleicht erfahren wir dann mehr. |



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28. Februar Das
Wetter ist perfekt und wir brechen auf zu unserer letzten ganz tägigen Suche
der Expedition. Morgen haben wir nur am Vormittag Zeit, wegen dem Termin am
Nachmittag.
Wir lassen ein Fahrzeug in Prasily stehen und fahren nach
Modrava, um von dort die Wanderung zu starten. Am Anfang haben wir nur
Skipisten, von denen wir uns nach etwa 3km verabschieden. Die Gesamtstrecke
heute beträgt etwa 20km, laut den Hinweisschildern. Wenn wir viele Spuren
finden für die wir viel Zeit benötigen ein sehr langer Weg.
Wir nehmen einen nicht benutzten verschneiten Waldweg,
und finden mehrere Spuren die eventuell von einem Luchs stammen könnten.
Leider sind fast alle Spuren derartig eingeschmolzen und alt dass eine
genaue Identifizierung praktisch unmöglich wird. Wir erreichen eine Höhe von
etwa 1150m und haben auf der Höhe praktisch überall Schnee, der aber
entweder so festgefroren ist, dass man Spuren kaum erkennen kann, oder so
sulzig und weich und von den Leuten zertreten ist, dass man ebenfalls nichts
erkennen kann. Auf den letzten km trennen wir uns und ich gehe einen Umweg
über einen See runter zum Auto. |


Einer von so extrem vielen Fütterungsplätze für
Schalenwild. Hier mit Futterrüben, Karotten und einem undefinierbaren
Gemisch. |
29.Februar Das
Wetter schlägt um, es regnet leicht und ist teilweise schon arg windig. An
diesem Vormittag wollen wir nochmals eine letzte Region absuchen die sich
nun etwa 12km westlich von Hartmanice und südlich von Javorna befindet.
Hier liegt der Schnee nur noch an einigen lichten Stellen
im Wald, wo keine Sonne hinkommt. Es ist sehr matschig. Kurz erzählt finden
wir keine Hinweise auf Wolf, Luchs oder andere seltene Tierarten.
Um 13:00 ist unser Meeting mit dem leitenden Zoologen
Bufka angesetzt. Er ist etwas überrascht mit wie vielen Leuten ich
auftauche, nimmt es aber locker und gibt uns viele Auskünfte über den Stand
der Dinge. Dazu gehört auch, dass es im Sommer 2007 Wolfshinweise aus der
Region südlich von Hartmanice gegeben hat. Sehr spannend, denn dass
unterstützt unsere Annahme, dass es sich bei der Spur am Mittwoch vielleicht
tatsächlich um einen Wolf gehandelt haben könnte.
Am Abend verabschieden wir uns alle voneinander, den die
Expedition ist nun abgeschlossen. Zusammen mit der Izabela und ihrem Mann
fahre ich noch gleich nach Berlin um dort am morgigen Tag im Bundestag am
Fachgespräch der Fraktion Bündnis Grüne 90/ Die Grüne zum Thema " Wozu Wölfe
- Wildtiermanagement als notwendiger Teil des Biodiversitätsschutzes"
teilzunehmen. |
In den nächsten 2 Wochen will ich versuchen einen
kompletten Bericht mit Karten zu schreiben. Von der Hnuti Duha (Regenbogen) in
Tschechien bin ich zum einem Symposium in die Beskieden am 9. April eingeladen
um an der Diskussion über Großräuber in Tschechien mitzuwirken. Jetzt müssen wir
nur noch eine Lösung für die Fahrtkosten finden.
Bei allen Beteiligten möchte ich mich herzlich für den
Einsatz und die Unterstützung dieser Expedition bedanken, und hoffe dass wir
auch weiterhin in Kontakt bleiben.
Alles Gute und Viele Grüße auch an die Leser dieses
Tagebuches
Peter
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