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Tagebuch: Expedition Tschechien

3.Woche

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es schneit, doch leider nicht genug.

hier soll noch eine Karte kommen

16. Februar

Um 8:20 kam Frank in Budweis mit der Bahn an. Alles passte, ich habe ohne Stadtplan den Bahnhof rechtzeitig gefunden und Frank kam pünktlich an. Dann sind wir schnell zur Pension nach Trebon gefahren, haben das Gepäck ausgeladen und sind für einige Stunden in die Wälder nördlich gefahren. Sehr feuchte Wälder, ähnlich wie gestern, sehr flach und überwiegen Kiefern, teilweise mit Fichte. Mehrfach haben wir Dammwild gesehen, dass in größeren Gruppen den Weg vor uns gekreuzt hat. Auch in diesem Gelände, mit den vielen Seen hätte weder Wolf und ich glaube auch der Luchs wenig Probleme zurecht zu kommen. Hinweise haben wir jedoch keine gefunden.

Wir waren kurz nach 14:00 zurück an der Pension und haben meinen Wagen noch ganz leer geräumt als auch schon die sms von Rolf kam, dass er angekommen ist. Er wollte eigentlich erst mit der Birgit und  um 18:00 ankommen.

Jedenfalls sind war am Abend essen gegangen und hatten einen vergnüglichen Abend. Es ist um 21:00 schon sehr kalt gewesen. Ich wollte in dieser nach im Garten von der Pension schlafen und den neuen Marmot Daunenschlafsack testen. Auch Frank hat es versucht. Um 3:00 morgens ist er rein. Die Temperatur ist auf -14°C gefallen und im Schlafsack war es super gemütlich warm.

17. Februar

Wir hatten uns entschieden heute in das Tschechische Kanada etwa 40km östlich von Trebon zu fahren. Ein Hügelgebiet mit ein paar Seen und viel Wald, meistens Fichtenmonokultur. Ein Kanadafeeling sollte sich aber nicht wirklich bei uns einstellen.

Wir hatten allerdings an einige Stellen Schnee und konnten dort nach Spuren suchen. Leider ohne Erfolg in Bezug auf Wolf, Luchs Wildkatze oder anderen exotischen Wildtierarten. Dafür haben wir eine Wildschweinrotte beobachtet die vor uns den Weg gekreuzt hat, und haben Haare von einem Reh gefunden das wohl gefressen worden ist. Obwohl alles viel frischer als bei dem letzten Fund war, konnten wir keine sonstigen Reste oder Spuren finden. Eine Losung in der lauter Wildschweinhaare waren haben ebenfalls gefunden. Nur war die Losung für Wolf zu klein, für einen Luchs waren zu viele andere Dinge drin und sehr ungewöhnlich platziert. Meine Vermutung ist, dass es von einem Hund ist, der irgendwie Wildschwein fressen konnte. z.B. ein Hund von einem Jäger.

18.Februar

Von unserer Pension aus sind wir nach Süden gefahren, nach Hojna Voda. Das ist fast an der Grenze nach Österreich Dort sind die Berge wieder knapp über 1000m hoch. Wir hatten gehofft dort bessere Schneebedingungen zu finden und es handelt sich um ein größeres Waldgebiet. Ein vereister aber schöner und abenteuerlicher Weg hoch auf 1034m. Von dort sind wir bis zur Grenze nach Österreich gelaufen wo wir noch in der Sonne eine Mittagspause einlegen konnten. Die Schneebedingungen waren nur an einigen Stellen ausreichend gut, ansonsten war zum größten Teil der Schnee verschwunden. Interessant war, dass wir hier deutlich weniger Wildtierspuren also von Rehen, Wildschweine etc. gefunden haben als bisher. Die meisten Spuren waren auch weiter unten. Wir sind in einem großen Bogen durch die Wälder haben aber wieder keinen Hinweis auf große Beutegreifen gefunden, obwohl das Habitat ziemlich gut erscheint. Nach gut 6,50 Stunden waren wir mit Einbruch der Dunkelheit am Auto zurück.

Jetzt kochen wir eine warmes Essen mit Nudeln und werden uns dann noch einen gemütlichen Abend machen.

19.Februar

Es ist ziemlich warm geworden. In der Nacht war kein Frost. Heute sind wir ins Gebiet südlich von Budweis gefahren bei Kaplice. Dort haben wir ein größeres Waldstück abgesucht bis auf 919m Höhe. Je nach dem wie viel Schnee gefallen war und wie sehr die Sonne auf den Schnee schien waren die Schneebedingungen sehr unterschiedlich. Wir hatten zwei Losungen die mit vielen Haaren durchsetzt waren gefunden, konnten sie aber nicht einem Wildtier zuordnen, weil zu alt und für Wolf zu klein, für einen Luchs sowohl die falsche Form als auch ungewöhnlich platziert. Für einen Fuchs eher etwas zu viel und zu groß.

Da wir noch Zeit hatten sind wir dann noch weiter in den Westen gefahren bis nach Zaton. Dort gibt es eine Region die praktisch nicht besiedelt war und früher vielleicht mal gesperrt war. Es waren große Flächen für Rinder abgezäunt, der Rest bestand aus Heuwiesen und Wald. Hier haben wir ein halbes Bein von einem Reh gefunden und dicht an den drei Häusern an der Straße eine sehr große Spur die eventuell von einem Wolf stammen könnte. Ich würde sie aber eher einem Hund zuordnen, wegen der Nähe zu den Häusern und der Gangart. 

Auf der Rückfahrt haben wir versucht bei Kaplice eine neue Unterkunft zu finden, die uns zusagt. Leider haben wir nichts gefunden und uns entschieden in Trebon zu bleiben.

20.Februar

Es ist wieder kälter geworden -6°C. Heute sind wir in das Waldviertel in Niederösterreich gefahren und haben uns in der Waldregion nordwestlich von Karlstift. Als wir dort endlich angekommen sind, hat uns ein älterer Mann angesprochen der aus dem Vogelschutz kam und uns erzählt hat, dass er auch Jäger sei. Nachdem ich ihm erklärt hat er angefangen davon zu erzählen was er selber als Jäger von den meisten der anderen Jägern im eigenen Land hält. Fing mit der Geschichte eines Elches an, der in Polen, Tschechien und Deutschland war, und kaum dass er Österreich bei Gmund erreicht hat, geschossen worden ist. Jedenfalls war es amüsant. Er hat uns ebenfalls erzählt, dass es hier in der Umgebung Luchse gibt. Ein Hinweis für uns.

Jedenfalls sind wir hoch bis auf fast 1000m gewandert und hatten fast während der gesamten Zeit Schnee. Wir haben auch mehrere Spuren gefunden, die ich nicht genauer definieren konnte, weil sie abgeschmolzen waren und eine sehr große Spur die von einem Wolf stammen könnte. Allerdings ist alles zu wenig weil die Spuren zu alt waren und der Schnee schon zu stark geschmolzen war. Schade, kein eindeutiger Hinweis an Spuren nur die Info von dem Jäger. Ganz klar ist aber, dass auch die heutige Region absolut tauglich ist für Wolf, Luchs und Bär, soweit ich es anhand der Eindrücke und Karte feststellen kann. Ganz in der Nähe ist ja auch die Kuppe die Bärenstein genannt wird. Ich wäre ehrlich gesagt erstaunt, wenn es entlang der tschechisch-österreichischen Grenze zwischen Freistadt und Gmünd und noch weiter nach Norden keine Luchse geben sollte. 

 

21.Februar

In der Nacht hat es leicht geregnet, es war morgens etwa 3°C warm und sehr nebelig. Auch am Vormittag hatten wir leichten Regen.

Heute sind wir an das südöstliche Ende des Lipno Stausee gefahren. In der Nähe von Vyssi Brod sind wir in die Wälder marschiert. Wichtig zu wissen ist, dass die Wälder mit Sumava und auch mit dem bayerischen Wald in direkter Verbindung stehen. Unser Waldabschnitt befindet sich zwischen dem Lipnosee und der Grenze nach Österreich. Fast ein Niemandsland, denn hier wohnt auch niemand. Zunächst sind wir recht steil den Weg hoch bis zum Kamm. Wegen dem Nebel konnten wir den See nicht sehen. Allerdings konnten wir einen großen Teil unseres Strecke unter Schneebedingungen gehen. Der Schnee schmolz leider nur so dahin, oder es war völlig vereist. Wir haben eine Losung gefunden die von der Größe zum Wolf passen würde und es waren viele Haare drin, aber eben auch andere Bestandteile, die ich normalerweise nicht bei einer Wolf.

Mitten im Wald hörten wir sehr laute Geräusche, die wir zunächst einem Flugzeug zugeordnet hatten. Doch es handelte sich um ein Windrad, genau an der Grenze. Es wirkt fast erschreckend wenn man durch den Wald geht und plötzlich diese Riesigen Flügel des Windrades über den Bäumen sieht.

Leider haben wir keine Spuren von Wolf oder Luchs gefunden, dafür ist uns ein Dachs über den Weg gelaufen. Den hat zwar nur die Shira gesehen, weil wir in den Kartenvertieft waren, die Spuren waren aber sehr deutlich.

Am Ende vertrieb uns der "gefährlich" wirkende Herdenschutzhund von seiner kleinen Schafherde erfolgreich.

Nach etwa 17km Absuchstrecke waren wir wieder am Auto. Dort wartet schon der Volker auf uns, der bis zum Ende der Expedition dabei sein wird.

  22.Februar

Am Vormittag haben wir zunächst unsere Sachen gepackt, die Pension bezahlt und haben uns auf den Weg in in den südlichen Teil von Sumava nach Volary gemacht. Unterwegs wollten wir allerdings noch eine kurzen Besuch in einer Region südwestlich von Bugweis unternehmen, einem Berg mit über 1000 Höhe. Als wir dort ankamen, haben wir festgestellt, dass diese Region touristisch sehr erschlossen ist. Trotzdem sind wir einmal um den Berg, aber ohne Hinweise auf Wolf, oder Luchs zu finden.

Danach sind wir weiter nach Volary und haben um 17:00 Jan getroffen. Jan organisiert hier die monitoring Aktivitäten, ähnlich wie Mirke in den Beskieden. Nur etwa 200m vom Bahnhof können wir eine Unterkunft nutzen, zur Not bis Ende der Woche. Heute sollten noch 6 weitere tschechische Volontäre eintreffen, so dass die Bude ziemlich voll wird.

Wir sind aber vorher Essen gegangen um die lokale Küche zu testen. Erst gegen 22:00 waren wir zurück und konnten uns noch kurz mit den Tschechen unterhalten. Birgit, Frank und ich haben uns einen Schlaflatz unterm Tarp auf einer Weise außerhalb von Volary gesucht. Allerdings war es wohl die stürmigste Nacht und ich konnte das Tarp nur schlecht abspannen, weil der Boden teilweise noch gefroren war. 

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